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| 26.05.2010, 15:52 Uhr | Märkische Allgemeine, Der Havelländer, Markus Kniebeler |
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| Kreistag verabschiedete Strategiepapier fürs Havelland Zukunftsmusik mit Misstönen HAVELLAND Susanne Meier, Kreistagsabgeordnete der Linken, redete nicht lange um den heißen Brei herum. „Ich finde das Demografieprojekt beschissen“, sagte sie in der jüngsten Kreistagssitzung, als über das Entwicklungskonzept „Havelland 2020“ beraten wurde. In dem Strategiepapier, das Ziele der Kreispolitik bis zum Jahr 2020 skizziert, spielt das Demografieprojekt eine wichtige Rolle. Kein Wunder also, dass Burkhard Schröder nicht angetan war vom Frontalangriff Meiers. Er rate ihr, sich mit dem Demografieprojekt einfach mal zu befassen, so der Landrat süffisant. Dann werde sie ja vielleicht feststellen, dass es mitnichten nur darum gehe, auf Belange von Senioren einzugehen. Es war nicht der einzige Angriff, der gegen Schröder geritten wurde. Harald Petzold, Chef der Linksfraktion, warf dem Landrat vor, das Papier ebne den Weg von der Daseinsvorsorgekommune zur unternehmerischen Kommune. Ein Kreis, der sich weigere, in seinen Betrieben den Mindestlohn festzuschreiben, werde seiner sozialer Verantwortung nicht gerecht. Auch die Grünen hatten an dem Papier, welches das Kreisentwicklungskonzept (Kek) ersetzt, etwas auszusetzen. Felix Doepner bemängelte, dass der Klimaschutz nur eine untergeordnete Rolle spiele. Und das, obwohl es sich um das Zukunftsthema schlechthin handele. Schröder erwiderte auf den Petzold-Vorwurf, dass Daseinsvorsorge und unternehmerisches Engagement untrennbar miteinander verbunden seien. „Nur eine Kommune, die Geldwerte erarbeitet, kann Daseinsvorsorge betreiben“, sagte er. Bei der Verteidigung sprangen dem Landrat MICHAEL KOCH (CDU) und Rocco Buchta (SPD) zur Seite. Letzterer stellte klar, dass das Leitbild 2020 im Gegensatz zum Kreisentwicklungskonzept nicht so starr, nicht so detailliert sei. Vielmehr gehe es darum, die große Linie der kreislichen Entwicklung festzulegen. Und die sei sehr wohl an sozialer Gerechtigkeit ausgerichtet. „Der Kreis wird sich immer um eine auskömmliche Belohnung der Beschäftigte in seinen Unternehmen bemühen“, so Buchta. Es wurden in der Debatte noch weitere Details des Konzeptes diskutiert. Als es zur Abstimmung über das Strategiepapier „Havelland 2020“ kam, stand die Zählgemeinschaft (SPD, CDU, FDP, Bauern Plus) fest hinter dem Landrat. Und sogar einige Linke stimmten für das Konzept. |
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