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Michael Koch
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 CDU Landesverband Brandenburg
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| 02.03.2010, 10:52 Uhr | Märkische Allgemeine Zeitung, Der Havelländer, Anke Fiebranz
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Zwischen Erwartung und Kritik Nach der Wustermark-Wahl: Kreis-CDU zufrieden mit Schreiber, Havelland-SPD zollt Drees Respekt
WUSTERMARK Sieg oder Niederlage – beide Männer gingen gestern wieder an die Arbeit. Holger Schreiber, der am Sonntagabend die Bürgermeisterwahl in Wustermark mit 52,36 Prozent der abgegebenen Stimmen gewonnen hatte, saß in seinem Büro bei einem Automobilzulieferer im Güterverkehrszentrum. Dort ist er kaufmännischer Angestellter. Der 48-Jährige hatte den Wahlsieg erhofft, aber der kam dann doch überraschend, hatte Schreiber am Sonntagabend eingeräumt. Er sei etwas unausgeschlafen, aber gut gelaunt, sagte er am Morgen danach. „Ich muss das Geschehene erst mal sacken lassen und dann einige Sachen mit meinem jetzigen Arbeitgeber regeln.“ Parallel dazu soll die politische Sacharbeit anlaufen. Mit seinen Unterstützern wollte er sich gestern Abend treffen.
Schreiber ist parteilos. Er war für die Wahl von der Listenvereinigung CDU/SPD nominiert worden. Nach der Kandidatenkür war die SPD Wustermark auseinandergebrochen. Drees-Unterstützer gründeten einen eigenen SPD-Ortsverein.
Bernd Drees, der als Einzelbewerber antrat, will trotz seiner Niederlage vom Sonntag bis zum letzten Arbeitstag am 30. April im Wustermarker Rathaus an seinem Platz sein, bekräftigte er gestern. Er habe nicht damit gerechnet, dass das Rennen so ausgehe, und sich daher für die Zeit danach keine Gedanken gemacht. Den Abend zuvor hatte er betont, dass man sich um ihn persönlich nicht sorgen solle. „Ich bin emotional stabil“, meinte er am Montag. Nach 35 Jahren im öffentlichen Dienst könne er in den vorläufigen Ruhestand gehen, erklärte er. Bernd Drees führte die Wustermarker Verwaltung acht Jahre. „Ich stehe jeden Tag zur Verfügung um zurückzukehren“, sagte er nun. Er wolle sich künftig politisch einmischen und sehen, ob der Widersacher „seine falschen Versprechen hält“.
Am Sonntag hatte Holger Schreiber mit 164 Stimmen Vorsprung gewonnen. Seine Unterstützer, dazu gehören Wustermarks CDU-Chef Halvor Adrian und Manfred Rettke vom alten SPD-Ortsverein Wustermark, hatten den Wechsel an der Rathausspitze begrüßt (MAZ berichtete). Gestern zeigte sich auch die Kreis-CDU zufrieden mit dem Ausgang der Wahl. „Mit Holger Schreiber haben sich die Wähler für einen Bürgermeister entschieden der nicht nur tief im Ort verwurzelt ist, sondern auch der Garant für die Interessen der Einwohner bei der künftigen Entwicklung der Gemeinde sein wird“, äußerte Michael Koch, Vize-Vorsitzender der CDU Havelland. Schreiber werde die Bürger stärker einbeziehen, so Koch.
Anders fallen die Reaktionen von Drees-Unterstützern aus. Margit Paul, Vorsitzende der Wustermarker Linken, bedauerte den knappen Wahlausgang. Sie sei gespannt, wie Schreiber sein Versprechen wahrmachen wolle, den alten Ortskern Elstal nach vorne zu bringen, sagte sie. Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Burkhard Schröder gratulierte Schreiber zwar, sagte aber, der Elstaler „muss sich zurechnen lassen, dass das Ergebnis im Lichte eines einseitigen, schmuddeligen Wahlkampfes steht, in dem einzelne Personen meiner Partei mitgemacht haben“. Der SPD-Kreischef kündigte eine Aufarbeitung an. Er zolle Drees Respekt, der nicht den Leuten nach dem Munde geredet habe, so Schröder. Als Beispiel nannte er das geplante Gaskraftwerk im Güterverkehrszentrum.
Dieses Thema spaltete die Gemüter und wird von allen Seiten für wahlentscheidend gehalten (siehe Interview). Das zeigte sich auch in den Zahlen. Im Ortsteil Wustermark, wo Schreiber vor Wochen vielen unbekannt war, errang er 608 Stimmen. Auf Bernd Drees, der dort wohnt, entfielen 566. Der bisherige Amtsinhaber lag in Priort und Buchow-Karpzow vorn. |
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