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10.12.2009 - Märkische Allgemeine Zeitung, Der Havelländer, Anke Fiebranz Übersicht | Drucken

SPD und CDU kürten Parteilosen zum Bürgermeisterkandidaten für Wustermark

WUSTERMARK/ELSTAL „Ich freue mich über das deutliche Ergebnis“, sagte Holger Schreiber am Dienstagabend. Kurz zuvor hatten die Ortsvereine von SPD und CDU aus der Gemeinde Wustermark ihn zu ihrem gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 28. Februar 2010 gekürt. Der 47-jährige Schreiber erhielt 32 Stimmen. Lediglich zwei entfielen auf den jetzigen Amtsinhaber Bernd Drees (SPD), der sich im Sportcasino Elstal ebenfalls empfahl. Drees will nun als Einzelbewerber zur Bürgermeisterwahl antreten. Das kündigte er unmittelbar nach der Abstimmung an.

Märkische Allgemeine Zeitung, Der Havelländer, Anke Fiebranz - Der 54-jährige Drees, in Jeans und Pullover gekleidet, gab sich am Dienstag entspannt. Seine Niederlage hatte sich abgezeichnet, der Nominierungsversammlung war Ende November eine harte Debatte vorausgegangen. Dabei hatte die Mehrheit des SPD-Ortsvereins dem Bürgermeister und Parteimitglied Drees wegen fehlenden Vertrauens und mangelnder Bürgernähe die Unterstützung verweigert (MAZ berichtete).

Auch das kam am Dienstag wieder hoch, aber mit deutlich gezügelten Emotionen. SPD-Ortsvereinschef Christian Heideklang sagte, es habe keine Chance gegeben, mit Drees bestimmte Dinge so zu bereden, dass man wieder zusammengekommen wäre. Drees konterte: „Vertrauen ist keine Einbahnstraße.“

Insgesamt verlief die Versammlung, geleitet vom Brieselanger Michael Koch (CDU), sachlich und geordnet. Halvor Adrian, CDU-Ortsvereinschef, sagte über die ungewöhnliche Listenvereinigung mit der SPD: „Das ist ein Zweckbündnis. Uns eint, dass wir einen personellen und sachpolitischen Wechsel an der Spitze des Rathauses wollen. Aber als Parteien werden wir Wettbewerber bleiben.“

Für beide Ortsvereine war Bürgernähe ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach einem Kandidaten gewesen: Holger Schreiber als Chef eines Sportvereins mit 500 Mitgliedern bringe die mit, hieß es. Die meisten Fragen in der Diskussion gingen an den parteilosen Bewerber. So die von Manfred Rette (SPD) nach einer früheren Stasitätigkeit. „Die gab es nicht“, erklärte der kaufmännische Angestellte. Er habe nichts gegen eine Stasi-Überprüfung der Gemeindevertretung. Darüber müsse das Gemeindeparlament aber selbst entscheiden. Im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister will Schreiber politisch neutral bleiben.

War er vorher nervös auf der Empore des Casinos umhergelaufen, brachte der Elstaler bei der Vorstellung seine Argumente klar rüber. Zum Spannungsfeld Wirtschaft-Lebensqualität befragt, sagte er: „Ich sehe die Gemeinde Wustermark als wichtigen Wohnstandort. Wir sind verpflichtet, auch das Güterverkehrszentrum weiterzuentwickeln, aber das muss immer im Einklang mit den Einwohnern geschehen.“ Dies gelte auch für das geplante Gaskraftwerk. Ortsbeiräte und Ortsvorsteher will er in die Arbeit einbeziehen. „Die sind an der Quelle, wissen, was los ist.“

Im Publikum, das vielleicht 15 Leute umfasste, war eine klare Präferenz kaum auszumachen. Holger Schreiber hatte Anhänger, Bernd Drees auch. Beide Bewerber beteuerten, sie hätten in den vergangenen Tagen sehr viel Zuspruch erfahren

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