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| 28.04.2010, 14:05 Uhr | Märkische Allgemeine Zeitung, Westhavelländer, Joachim Wilisch |
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| Habt Vertrauen! Kreissozialausschuss: Es wird geblättert, verglichen, gerechnet – aber wie geht Haushaltspolitik heute? Wie denn, wo denn, was denn? Doppik heißt das Wort des Monats. Der Kämmerer muss doppelt Buch führen, Gewinne und Verluste werden wie im echten Wirtschaftsleben abgerechnet. Aus Haushaltspositionen werden Produkte, aus Einzelplänen Produktgruppen. Jawohl, da fühlt man doch, dass auch die Kreisverwaltung im neuen Wirtschaftszeitalter angekommen ist. Produkte, Projekte, Know How. So funktioniert Haushalt heute. CDU-Fraktionschef Michael Koch, gelernter Lehrer, bewegt sich im Produktgetümmel sicher wie die Witt auf dem Eis. „Wir steigen mal ein“, sagt er. Oder: „Da arbeiten wir uns systematisch durch“. Na toll! Daniel Golze kommt nicht mit. Er ist auch ein schlaues Kerlchen, hat es immerhin zum Rechtsanwalt gebracht, aber er blättert hin und her. „Ich finde das nicht“, sagt er immer wieder. Bestimmte Ausgabenpositionen, die der Kämmerer bisher hübsch auflisten musste, verschwinden in größeren Gesamtbeträgen. Da kann man das eine oder andere Sümmchen verstecken. Michael Koch hat sich schon in die nächste Produktgruppe manövriert und rät Golze, er solle sich mehr Zeit für das Haushaltsstudium nehmen. Gut gebrüllt, findet Golze. Mit einem kleinen Sätzlein verrät sich der Erste Kreisbeigeordnete dann doch. Vertrauen sollen sie doch mal haben, unsere Kreistagsabgeordneten, fordert Roger Lewandowski am Montag im Kreissozialausschuss. Vertrauen also. Das ist gut. Kontrolle ist besser, wusste schon der alte Goethe. Das Wort „Doppik“ hätte ihm nicht gefallen, er hätte es aus seinem Wortschatz gestrichen. Daniel Golze, so der Eindruck, würde das wohl auch gerne. Aber wir sind nicht bei „Wünsch Dir was“, Golze ist nicht Goethe und Koch nicht Adam Riese. Es bleibt also bei Doppik. Habt Vertrauen! |
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