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Presse
26.03.2010, 11:05 Uhr | Märkische Allgemeine Zeitung, Der Havelländer, Joachim Wilisch Übersicht | Drucken
Politiker fordern schnelle Aufklärung
Kreismusikschule: Auch die Kontrollarbeit der Kreisverwaltung soll geprüft werden


Nachdem die Bereichsleiterin der Kreismusikschule in Rathenow und Premnitz vom Landrat wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten an der Bildungseinrichtung beurlaubt wurde (MAZ berichtete), äußerte sich die Beschuldigte gestern erstmals kurz gegenüber der MAZ: „Ich habe am Mittwoch von den Vorwürfen erfahren und bin beurlaubt worden. Ich werde mich nun mit einem Rechtsanwalt beraten und vorher keine Kommentare abgeben.“ Der Leiterin wird vorgeworfen, sie habe falsche Honorare abgerechnet und falsche Gebührenbescheide erlassen. Die Kreisverwaltung Havelland hat eine Strafanzeige angekündigt. Es ist zu erwarten, dass der Fall am Montag in der Sitzung des Kreistages behandelt wird.


Dieter Dombrowski, Kreisvorsitzender der CDU und mit der Kreismusikschule eng verbunden, steht vorerst fest zu der Musiklehrerin: „Ich habe weiterhin Vertrauen zu ihr, weil sie mit ihrem Engagement der Kunst- und Musikschule zu großem Ansehen verholfen hat.“ Dombrowski hofft auf eine schnelle Aufklärung. „Wenn es Unregelmäßigkeiten gab, dann bin ich überzeugt, dass die Musikschulleiterin sich in dem Zusammenhang nicht persönlich bereichert hat oder einen persönlichen Vorteil erzielen wollte.“

Etwas zurückhaltender ist Michael Koch, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion: „Wenn der Verdacht bewiesen ist, müssen die personellen Konsequenzen gezogen werden.“ Es mindere die Schuld der Betroffenen nicht, wenn diese die Betroffene die Honorare nicht zu ihrem Vorteil, sondern zu Gunsten anderer Personen abgerechnet habe. Christian Görke, Kreistagsmitglied der Linken meinte, dass eine Bewertung des Falles erst möglich sei, wenn die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen abgeschlossen hat. Die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Manuela Vollbrecht ist sich sicher, „dass dieser Verdacht, falls er sich bestätigt, sehr schädlich für die Kunst- und Musikschule Havelland ist“. Dombrowski, Koch und Görke forderten außerdem, die Recherchen auf die Kontrollmechanismen innerhalb der Kreisverwaltung auszuweiten. „Wenn sich Unregelmäßigkeiten bei den Abrechnungen über Jahre hinweg bestätigen sollten, ist zu klären, welchen Anteil die Leitung und Verwaltung der Kunst- und Musikschule, aber auch die zuständige Fachverwaltung des Landkreises daran zu tragen haben“, sagten Dieter Dombrowski und Michael Koch.

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